Spengler auf Deutsch 60: Die „New Republic“ verleumdet einen Historiker, der Trump unterstützt, als Nazi-Sympathisanten

Das Original erschien am 30. September 2016 unter dem Titel “’The New Republic‘ Slanders Trump-Supporting Historian as Nazi Sympathizer” in PJMedia.

Jeet Heer, allem Anschein nach einer der Herausgeber bei The New Republic, hat Christina Jeffrey, eine Historikerin, die (mit mir und 125 anderen) einen Aufruf von Schriftstellern und Gelehrten unterschrieben hat, um die Kandidatur von Donald Trump zu unterstützen, verleumdet.

Heer behauptet, das Professor Jeffrey “denkt, dass die Nazi-Perspektive nicht berücksichtigt wird“.

Das ist eine dreißig Jahre alte Verleumdung gegen Jeffrey.

Sagen wir mal, dass Jeet Heer junge Eulen in unterirdischen Vogelhäusern vögelt. Er tut das nicht wirklich, jedenfalls nicht nach meiner Kenntnis. Aber ebenso wenig ist Professor Jeffrey ein Nazi-Apologet, ein Holocaustleugner oder ein Antisemit. Und das kann ich beweisen, was mehr ist, als ich mit der ebenfalls unbegründeten Anschuldigung gegen Jeet Heer tun kann.

Niemand weiß mit Sicherheit, ob Jeet Heer Abscheulichkeiten an jungen Eulen begeht, weil die Frage nie untersucht worden ist. Wie auch immer, wir wissen mit absoluter Sicherheit, dass Professor Jeffrey sich keinerlei Feindschaft gegenüber Juden oder irgendwelcher heimlicher Sympathien für ihre Verfolger schuldig gemacht hat. Die 30 Jahre alte Verleumdung gegen Professor Jeffreys wurde erschöpfend durch die Anti-Verleumdungsliga von „B’Nai B’rith“, jüdische Medien und verschiedene akademische Beobachter untersucht. Im Fall von Jeet Heet können wir lediglich sagen, dass es keinen direkten Beweis dafür gibt, dass er die Perversionen praktiziert, die man dem Bischof von Balham in einem Limerick zuschreibt[1].

Jeet Heet ist Spezialist für Comix – der verlängerte Kontakt mit ihnen führt zu synaptischer Übertragung und verursacht vielleicht Halluzinationen. Aber folgendes Statement von Heer ist völlig und jämmerlich falsch:

„Unter den ‚Gelehrten und Schriftstellern für Trump‘ findet sich ein Historiker, der denkt, dass die Nazi-Perspektive nicht berücksichtigt wird. Die Website ‚American Greatness‘ (Amerikas Größe) hat eine Liste von ‚Gelehrten und Schriftstellern für Trump‘ zusammengestellt, und es sind einige sehr merkwürdige Namen darin, einschließlich der Historikerin Christiana Jeffreys.

1986 wurde Jeffrey von Ronald Reagans Kultusministerium angestellt, um die vorgeschlagene öffentliche Finanzierung eines Kurses über den Holocaust zu begutachten. Jeffreys war gegen den Kurs; sie argumentierte in ihrer Evaluation, dass ‚das Programm ist unausgewogen und nicht objektiv. Der Standpunkt der Nazis, wie unpopulär auch immer, ist immer noch ein Standpunkt und wird nicht dargestellt, ebensowenig wie der des Klu Klux Klan‘“.

Als Professor Jeffreys das Evaluationsformular über das Holocauststudium ausfüllte, äußerte sie sich ironisch über die „Objektivität und Ausgewogenheit“ des Programms. In noch mehr zugespitzter Form attackierte sie das fragliche Programm: es erkläre die Entwicklung des Nazismus nicht angemessen, da das Programm den Versuch, die Juden zu vernichten, mit dem Lynchen von Schwarzen im amerikanischen Süden verbinde. Das sei eine armselige Darstellung der Geschichte, hat Professor Jeffrey argumentiert.

Damit beschwor sie den Zorn und die Verleumdung einiger Linker herauf.

Schon vor zwei Dekaden hatte man einen Pfahl durch das Herz dieser komischen Geschichte der Holocaustleugnung getrieben. Wie konnte Heer das entgehen?

Tracy Lee Simmons schrieb schon 1995 in der National Review:

„[Prof. Jeffrey] war um eine “generelle Bewertung“ zur Stipendiengenehmigung gebeten worden. Im letzten der vier Paragraphen hat sie geschrieben: „Der Standpunkt der Nazis, wie unpopulär auch immer, ist immer noch ein Standpunkt und wird nicht dargestellt, ebensowenig wie der des Ku Klux Klan. Die Auswahl von nur zwei Problemzonen, Deutschland und Armenien, lässt viele andere beiseite, von denen viele neueren Datums sind. Ich denke unter anderem an die UdSSR, Afghanistan, Kambodscha und Äthiopien. Es wird keine Erklärung für diese Auswahl geboten“.

Das vorliegende Programm hatte es ihrer Meinung nach versäumt, die Ursprünge des Holocaust aufzuzeigen, Ursprünge, die nur noch weiter verdunkelt würden, durch die unterstellte Verbindung zwischen dem Lynchen von Schwarzen im amerikanischen Süden und der von der Regierung herbeigeführten Ermordung von Juden in Nazideutschland. Kurzum: dieses Programm der „Klärung von Werten“ war einfach schlechte Geschichtsschreibung.

Frau Jeffrey war nicht die Einzige, die „Facing History and Ourselves.“ kritisierte

Im “Commentary” von Commentary, schrieb die Holocaustgelehrte Lucy Dawidowicz: „Vermeintlich ein Curriculum, um den Holocaust zu lehren, war ‚Facing History‘ auch ein Vehikel, um Dreizehnjährige in zivilem Ungehorsam zu unterreichten und sie mit Propaganda für nukleare Abrüstung zu indoktrinieren“.

Ebenso schrieb Frau Dawidowicz, das letzte Kapitel des vorgeschlagenen Texts enthalte “Übungen offensichtlicher politischer Indoktrination in gegenwärtig modischen Fällen.“

Solche Bemerkungen wurden von demokratischen Kritikern der Reaganregierung aus ihrem Kontext gerissen. Professor Jeffreys wurde 1995 ein Magnet für Verleumdungen, als der Republikaner Newt Gingrich sie als Historiker des Repräsentantenhauses nominierte.

Kein Geringerer als Abe Foxman, das langjährige Oberhaupt der Anti-Verleumdungsliga (Anti-Defamations-League) „B’Nai B’Rith”, hat diese Beschuldigung in einem Entschuldigungsschreiben an Professor Jeffrey vom 22. August 1995 zurückgewiesen.

Foxman schrieb:

„Ich möchte Ihnen versichern, dass nach Überprüfung der Fakten und Umstände der Kontroverse über das ‚Facing History and Ourselves‘ Holocaust-Curriculum die A(nti-)D(efamations-)L(eague) mit Befriedigung feststellt, dass jegliche Charakterisierung Ihrer Person als antisemitisch oder sympathisierend mit dem Nazismus völlig unbegründet und unfair ist“.

All diese Tatsachen und noch viele mehr können in Sekunden über eine Onlinesuche aufgefunden werden.

Die Attacke auf Professor Jeffrey war von Beginn an eine Falschmeldung; sie ist von den wachsamsten Aufpassern in Sachen Holocaustleugnung mit Entschuldigungen zurückgewiesen worden.

Aber sie wurde ausgegraben und von neuem präsentiert von “Jeet Heer”, was – folgt man “The New Republic” – ein Eigenname und kein Verb ist. Jedoch bedeutet in einem heute ausgestorbenen Dialekt des Ostfriesischen, eine junge Eule zu „jeet heer“, etwas, das ich in einer Familienzeitung nicht aussprechen kann. Wenn Sie mir nicht glauben, googeln sie „jeet heer“ und „bestiality“ (Sodomie). Sie werden nichts finden – das heißt, Sie werden nichts finden, um den Zusammenhang zwischen Jeet Heer und dem Bischof von Balham zu bestreiten.

Im Falle von Professor Jeffreys Holocaustleugnung dagegen werden sie reichlich Beweise finden, welche die Anklage widerlegen.

Kurzum: Es ist wahrscheinlicher, dass Jeet Heer Sodomie treibt, als dass Professor Jeffrey den Holocaust leugnet.

Professor Jeffrey hat den Brief der „Anti-Defamation-League“ online gestellt. Ich fordere Jeet Heer auf, ein Brief der ASPCA[2] vorzulegen, das seine Unschuld im Falle junger Eulen bescheinigt. Vielleicht waren die Eulen ja schon volljährig? Wenn das Jeet Heers Verteidigung ist, soll er die Beweise präsentieren.

Zum anderen bezeichnt Jeet Heer, dessen Hauptbeschäftigung anscheinend in der Herausgabe von Comixheften besteht, die Mitunterzeichner des Briefes als „komische Käuze von geringer Reputation“. Sie meint Leute wie den angesehenen politischen Philosophen Hadley Arkes vom Amherst College und den Zeitungsherausgeber Conrad Black, dessen Biographie von Franklin Roosevelt einen enormen Erfolg hatte.

Und das von dem Herausgeber von Comixheften. Kal v’Chomer, Batman[3].

[1] Der Limerick lautet folgendermaßen. Da hier möglicherweise Minderjährige mitlesen, übersetze ich ihn nicht:

A sin most obscene and unsavoury
holds the bishop of Balham in slavery
with manaical howls
he rogers young owls
which he keeps in an underground aviary.

[2] American Society for the Prevention of Cruelty to Animals – der amerikanische Tierschutzverein.

[3] „Kal v’Chomer“ ist eine im Talmud häufige Argumentationsfigur, die auch als „argumentum a fortiori „(nach dem stärker überzeugenden Grunde) bekannt ist. Darin wird der Beweis einer Behauptung durch eine schon bewiesene stärkere Behauptung ausgedrückt. Beispiel: Wenn es verboten ist, schneller als 50 km/h zu fahren, dann ist es erst recht verboten, schneller als 60 km/h zu fahren.

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Autor: Stefan O. W. Weiss

Leon de Winter zählte die Kolumnen von David P. Goldman, besser bekannt unter seinem nom de plume „Spengler“, „zu den allerinteressantesten, die es weltweit zu lesen gibt“. Seine Texte, die er meist in „Asia Times“ und „PJMedia“ veröffentlicht, haben eine Leserschaft gefunden, die in die Hunderttausende geht. Er behandelt so verschiedene Themen wie Philosophie, Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Theologie, Strategie, Weltpolitik, Musik und andere mehr mit gleicher Souveränität und Kompetenz. In Deutschland ist er ein Geheimtipp geblieben, bedauerlicherweise, da er ein vorzüglicher Kenner der deutschen Geistesgeschichte ist. Seine Essays über Wagner, Goethe, Schiller seien doch wenigstens en passant erwähnt. Um dem deutschen Leser die Lektüre zu erleichtern, beabsichtige ich, in diesem Blog seine Texte fortlaufend in Deutsche zu übersetzen. Ich habe dieses Projekt seit einigen Monaten verfolgt, der erste hier auf Deutsch veröffentliche Text stammt vom Oktober 2015. In den kommenden Wochen gedenke ich, seine nachfolgenden Texte in chronologischer Reihenfolge zu veröffentlichen, bis der Anschluss zu Gegenwart erreicht ist.

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